Die Reise des Sandkorns

Sonnenschein wohin das Auge blickt. Überall strahlt es herrlich hell und die Sonne spiegelt sich in der Meeresoberfläche. Die Wellen rauschen an den Strand und Kinder toben in diesen Wellen. Keine Wolke am Himmel, herrlich blau und glänzend. Die Menschen sind glücklich, ausgelassen laufen und rennen sie durch den heißen Sand am Strand und genießen die Sonnenstrahlen, die auf sie treffen. Ein paar Kanarienvögel zwitschern in den Palmen und es wirkt so, als sind alle glücklich und außerordentlich zufrieden.

In der großen Welt ist doch alles in Ordnung, doch blicken wir mal eine Nummer kleiner. Dicht gedrängt liegen die Sandkörner am Strand und heizen sich auf durch die Sonne. Einige von Ihnen werden ab und zu vom Wasser umspült, andere treiben wild durch das Wasser und andere liegen einfach tagein und tagaus am Strand und werden von Riesenfüßen betreten. Heute geht es aber nicht um den Sand, sondern es geht um Beachy, ein einzelnes Sandkorn aus der Masse an Sandkörnern die es auf der Welt gibt. Abermillionen und noch viel mehr sind es und sie wirken doch nie einsam. Aber so ein kleines Sandkorn hat meistens auch eine Geschichte zu erzählen, eine kleine oder eine große. Hören wir mal rein, was Beachy uns so zu berichten hat.

Beachy kommt ursprünglich aus einem fernen Land. Beachy wurde in der Sahara geboren, lebte dort tausend Jahre lang, solange bis ihn vor einigen Jahren ein starker Sturm erwischte und durch die Luft wirbelte. Beachy fand es toll, der er flog endlich mal mit tausenden Freunden durch die Luft und konnte seine Heimat von oben sehen, er genoss den Ausblick auf das weite und ferne Land. Er schaute sich Kamele und Menschen an, die auf ihnen ritten. Beachy genoss den Flug, denn es war sein Erster. Vor einiger Zeit lag er noch weit unten, im tiefen Dunkel der Sahara, denn über ihm lagen tausende seiner Freunde und er hatte keine Chance aus eigener Kraft nach oben zu gelangen. Jetzt aber flog er über das weite Land und genoss es.

Plötzlich erfasste ihn ein kaltes Nass. Beachy wurde von einer Welle erfasst und tief in den Ozean gezogen. Ganz weit unten lag er nun bei Artgenossen und fragte seine Freunde wo er denn nun sei. Diese Antworteten ihm natürlich, dass er sich im Atlantik befände und fragten neugierig, wo er denn herkäme. Es war dunkel und er fror, denn er war es ja nicht gewöhnt gewesen, so im Dunkeln und bei eisiger Kälte und nur von Wasser umgeben zu existieren. Plötzlich spürte er einen feste Druck an sich und er wurde ganz fest an seine Freunde gedrückt. Ein Wal sei dies sagten die anderen. Beachy war begeistert, denn er hatte noch nie einen Wal gesehen. „Wal, was ist das denn“ fragte er neugierig. Ein großer Fisch sagten die anderen und plötzlich spürte Beachy einen festen Ruck und wurde mit dem Wal mitgerissen und er klebte an der Haut des Wals. Huiiiiiii, es ging stürmisch hinauf und nach ein paar Minuten konnte Beachy auch die Sonne wiedersehen, die er nun seit einiger Zeit nicht mehr erblickt hatte. Es funkelte und strahlte im Wasser und überall um ihn herum tummelten sich kleine bunte Fische, Krebse und andere Bewohner des Ozeans. Er genoss die farbenfrohe Welt und schaute sich begeistert um. Einige seiner Freunde schwammen mit ihm am Wal, andere trieben einfach so im Wasser. Beachy wollte wissen, wohin die Reise geht, doch niemand wusste es, denn sie alle waren einfach nur dem Wind und nun dem Wasser gefolgt, welches sie irgendwohin bringen sollte.

Und kurz darauf erfasste ihn eine große Welle und riss ihm von Wal los. Er trieb nun an großen Steinen vorbei und blieb immer mal in ihnen hängen. Beachy war verunsichert, denn zum einem war es sehr dunkel hier, zum anderen schien immer mal wieder die Sonne hinunter. Er wirbelte auch des öfteren mal an den Steinen hin und her und immer wenn er dachte er ist nun irgendwo angekommen, kam wieder eine Welle und riss ihn ein wenig weiter. Ab und zu schwammen auch die schönsten Fische an ihm vorbei, nur der Wal war weg. Dafür gab es ein paar andere Gestalten, die mit einer Art Brille und Luftschlauch sich den Steinen näherten und mit einem Kasten ein paar Lichtblitze erzeugten. Und sie schwammen immer um die Steine herum und freuten sich, wenn ein paar Fische vor den Lichtblitzkasten gerieten. Und wieder kam eine Welle die das Sandkörnchen mitnahmen auf eine weitere reise, weg von den Steinen in eine Richtung wo ganz viele seiner Artgenossen lagen. Und es wurde auch immer heller um das Sandkörnchen herum. Immer mehr Sandkörner und immer mehr Wellen, die es umherwirbelten. Beachy genoss es regelrecht durch das Wasser getrieben zu werden, auch wenn er nicht wusste wohin die Reise geht. Und wieder ein Wirbel und strahlender Sonnenschein, er spürte etwas Wärme. Aber kurz darauf kam auch wieder das kühle Nass und er wirbelte hin und her.

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Ein gelbes Teil hob ihn hoch und schleuderte ihn auf einen Sandhaufen, der ganz eckig, spitz und feucht auf einem Haufen lag. „Hihihi“ vernahm er komische Geräusche dabei. „Gugg mal Sandburg“ war ein weiteres Wort das er nicht zuordnen konnte, aber es war wieder herrlich warm um ihn herum und er genoss das helle Leuchten der Sonne. Beachy lag nun da und genoss den kühlen Wind, der um ihn herum säuselte und schaute sich um, er sah viele merkwürdig bunten Dinger zwischen den vielen Freunden liegen, es rannten Menschen durch den Sand und einige schrien vergnügt, andere sagten oft „heiß heiß heiß“ aber sie eilten ganz schnell durch den Sand. Er hatte Glück, denn in dem Augenblick lag er ganz an der Spitze eines Sandhaufens, welches der kleine Mensch als Sandburg bezeichnete. Und da war er wieder der kühle Wind, der ihn plötzlich mitriss und inmitten einer großen Sandigen Fläche warf.

Da lag er nun und betrachtete jeden Tag die unterschiedlichen Menschen, die sich neben ihn oder auf ihn lagen. Manchmal ist er auch schon für einen Tag in einem dunklen, die Menschen nennen es „Eimer“ verschwunden um dann am nächsten Tag wieder zurück an den Strand mitgenommen zu werden.

Und auch heute lag er wieder hier und die Menschen redeten mit so komisch kleinen Kästchen am Ohr und hörten nur Worte: „Hier in Teneriffa ist es echt schön“.

In Teneriffa also war der Sandhaufen nun in dem Beachy lag und jeden Tag die Sonne und die Menschen genoss, die hier immer in unterschiedlichen Variationen unterwegs waren. Er hörte das Meer rauschen, er sah die Sonne auf ihn herab scheinen und ihm war mollig warm, tagein und tagaus.

 

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